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Fragen

Was ist Logopädie?

 

logos "Wort, Rede" + paideia "Erziehung" kommt ursprünglich aus dem Griechischen.

 

Der Begriff Logopädie (Synonym für Sprachheilkunde) wurde in den 1920er Jahren durch den Wiener Phoniater Emil Fröschel eingeführt.

 

Die Berufsbezeichnung Logopädin / Logopäde ist gesetzlich geschützt.

 

Im Bereich von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen sind Logopädinnen / Logopäden kurativ, rehabilitativ als auch präventiv in allen Altersgruppen tätig.

 

 

 

Welchen Wert hat eine logopädische Behandlung?

 

Selbstzahler / Privat-Krankenversicherte Ortsübliche Vergütung Berechnung

Auf der Grundlage des Urteils, Amtsgericht München 17.07.2008, Geschäftsnummer: 244 C 4977/07, berechnet sich der angemessene und übliche Vergütungsrahmen für Selbstzahler / Privatpatienten aktuell so:

AOK / RVO Bayern Vergütung für 45 Minuten logopädische Behandlung 46,70 € (Stand 08/2017)

 

Logopädischer Gebührensatz für 45 Minuten Behandlung zzgl. Vor- und Nachbereitung

 mit Steigerungsfaktor 1,8 = 84,06 €

 

Logopädischer Gebührensatz für 45 Minuten Behandlung zzgl. Vor- und Nachbereitung

 mit Steigerungsfaktor 2,0 = 93,40 €

 

Logopädischer Gebührensatz für 45 Minuten Behandlung zzgl. Vor- und Nachbereitung

 mit Steigerungsfaktor 2,3 = 107,41 €

 

Logopädischer Gebührensatz für 45 Minuten Behandlung zzgl. Vor- und Nachbereitung

 mit Steigerungsfaktor 3,5 = 163,45 €

 

Berechnet wird von uns in der Regel ein Steigerungsfaktor ab 2,0

(Stand 01/2018) 

 

 

 

Hausbesuche:

 

Die Auflagen und Kosten für eine Parkerlaubnis / Parkgebühren, sind in der Stadt Augsburg derart gestiegen, dass diese bei gesetzlich Versicherten über die Vergütung eines Hausbesuches durch die gesetzlichen Krankenkassen mit 10,-  € (AOK / RVO  Stand 08/17) nicht mehr finanziert werden können.

 

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir im Innenstadtbereich nur noch Hausbesuche bei gesetzlich Versicherten annehmen, wenn ein kostenfreier Parkplatz vom Patienten / Versicherten, ggf. durch die gesetzliche Krankenversicherung, gestellt werden kann.

 

 

Welche Störungsbilder werden in der Praxis behandelt?

 

Sprachstörungen:

Verbale-Sprachentwicklungsstörungen, -behinderungen (SES, SEB, Dysgrammatismus, Dysphasie)

Schrift-Sprachentwicklungsstörungen (Dysgrafie, Dyslexie, LRS - Lese-Rechtschreib-Störungen)

erworbene Sprachstörungen bei Erwachsenen (Aphasie)

 

Sprechstörungen:

Störungen der Lautbildung / Artikulation (Dyslalie, Rhinolalie)

erworbene Sprechstörungen (Dysarthrie, Sprechapraxie)

Störungen des Redeflusses / Sprechablaufes (Stottern, Poltern)

 

Stimmstörungen:

organische, funktionelle Stimmstörungen (Dysphonie, Aphonie), speziell bei SängerInnen mit Beteiligung der Gesangstimme (Dysodie)

funktionelle und organische Stimmklangveränderungen (Rhinophonie)

 

Schluckstörungen:

myofunktionelle Störungen meist in Verbindung mit einer kieferorthopädischer Behandlung

erworbene Ess-, Trink- und Schluckstörungen nach stationärer Akutphase (Dysphagie)

 

Hörstörungen:

Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen bei hörgestörten oder mit Hörgeräten oder CI versorgten Patienten

zentrale Hörverarbeitungsstörungen mit Störung von Artikulation / Schriftsprache / Sprachverständnis in Verbindung mit Legasthenie

 

 

Wie bekomme ich Logopädie?

 

Gesetzlich-Krankenversicherte:

Logopädie ist eine Kassenregelleistung im Rahmen des Sachleistungsprinzips/Dientstleistungsprinzips. Versicherte / Patienten über 18 Jahre müssen in der Regel eine Eigenbeteiligung/Zuzahlung nach gesetzlicher Regelung (SGB) leisten. Kinder sind nach wie vor von Zuzahlungen ausgenommen. Durch ihre Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung haben sie als Versicherter / Patient einer gesetzlichen Krankenversicherung einen Rechtsanspruch auf eine logopädische Behandlung im Rahmen der gesetzlichen Regelungen (analog dazu gilt dies natürlich auch für Ergo-, und Physiotherapie, [...]).

Ihr Vertragsarzt wird Ihnen beim Vorliegen einer Sprach-, Sprech-, Stimm- Schluck- oder Hörstörung und nach einem ärztlichen Befund mit Diagnose, eine kassenärztliche Verordnung innerhalb der Vorgaben des SGB (wirtschaftlich, notwendig, ausreichend, zweckmäßig) ausstellen. Kassenärztliche Verordnungen sind nach den Heilmittelrichtlinien auszufertigen.

Für kassenzahnärztliche (Zahnärzte und Kieferorthopäden) Verordnungen finden die Heilmittelrichtlinien keine Anwendung!

 

Ärztliche Privatverordnungen von Versicherten / Patienten einer gesetzlichen Krankenkasse werden nur angenommen, wenn diese auf Aufforderung der Versicherten / Patienten ausgestellt wurden.

 

 

 

 

Privat-Krankenversicherte:

Versicherte / Patienten privater Krankenversicherung sollten sich um eine heilkundliche Verordnung bemühen, um je nach Vertragsgestaltung mit ihrer privaten Krankenversicherung eine Erstattungsmöglichkeit zu erhalten. Unsere Leistungen rechnen wir direkt mit ihnen als Patient / Versicherter ab.

Da für logopädische Leistungen keine gesetzliche Gebührenordnung existiert und die GOÄ rechtlich nicht anwendbar ist, findet die Orientierung der Gebührensätze u. a. in Anlehnung an der Gebührenübersicht für Therapeuten (GebüTh) - basierend auf Sachinformationen aus einer bundesweiten Befragung von Therapeuten - statt. Es wird ein entsprechender Honorarvertrag mit Ihnen abgeschlossen. Je nach Vertragsgestaltung mit ihrer Krankenversicherung erhalten Privat-Krankenversicherte eine volle oder anteilige Erstattung oder müssen die Behandlung im vollen Umfang selbst bezahlen.

 

Beihilfeberechtigte Versicherte / Patienten müssen - je nach Vertragslage - in der Regel mit einer Selbstbeteiligung rechnen, da selbst das Bundesministerium des Inneren die Beihilfesätze als nicht kostendeckend definiert.

Die letzte m. W. publizierte Änderung der Anhebung der Höchstsätze für Heilbehandlungen erfolgte zum 1. März 2001  Seit diesem Jahr erhöhen sich die Zuzahlungen kontinuierlich.

z. B. Beihilfehöchstsatz 47b Logopädische Behandlung 45 Minuten = 41,50 €

Inzwischen ist der einfache AOK / RVO-Bayern (Stand 08/17) Vergütungssatz Logopädische Behandlung 45 Minuten = 46,70 € deutlich über dem Beihilfehöchstsatz.

 

 

Privat-Krankenversicherte-Gebühren:

Seit einiger Zeit versuchen vermehrt einige Private-Kranken-Versicherungen bei Ihren Kunden / Versicherten den Anschein zu erwecken, dass unsere Gebührensätze nicht ortsüblich oder überhöht wären. Gleichzeitig bieten viele PKVen private Ergänzungsversicherungen an, die die nach dem Bundesministerium des Inneren nicht kostendeckenden Beihilfesätze zu einer erhöhten Erstattung erweitern. Umgekehrt wird uns von den PKV'en und der Beihilfe die Information gegeben, dass Sie als Versicherter auch über entsprechende Eigenleistungen - je nach Vertragslage - aufgeklärt sein müssten.

Endlich gibt es dazu im Bereich der Logopädie / Sprachheilkunde ein eindeutiges gerichtliches Urteil für Bayern, welches den oben genannten anscheinend nicht bekannt ist oder schlicht und ergreifend negiert wird.

 

Amtsgericht München 17.07.2008

Geschäftsnummer: 244 C 4977/07

 

Auszug der Entscheidungsgründe:

 

[...] Aus dem Sachverständigengutachten des [...] ergibt sich, dass für eine 45-minütige logopädische Therapie eine Vergütung zwischen EUR 53,75 und 82,50 angemessen und üblich ist. Der hier in Ansatz gebrachte Betrag von EUR 65,00 für eine Behandlungsdauer von 45 Minuten liegt daher am unteren Ende der Skala und begegnet insofern keine Bedenken. Der Gutachter führt hierbei aus, dass Beträge, die sich in den Vergütungslisten der Primärkassen für den Bereich Bayern befinden, wie bei Ärzten mit den 1,8 bis 2,3fachen Steigerungsfaktor in Ansatz gebracht werden können. Bei Ansatz eines 2,3fachen Faktors ergäbe sich sogar eine Gebühr von EUR 82,50 für eine 45-minütige Behandlung. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Abrechnung der Klagepartei nicht zu beanstanden und bewegt sich eher unter der Höhe ortsüblicher Entgelte. [...]

 

Unsere Gebührensätze sind in diesem gerichtlich bestätigten ortsüblichen Rahmen kalkuliert.

 

 

Selbstverwaltete Gesundheitssolidargemeinschaft:

Bei Angehörigen von selbstverwalteten Gesundheitssolidargemeinschaften gibt es keine Besonderheiten oder Einschränkungen (wie z.B. bei gesetzlich oder privat Krankenversicherten) zu Beginn und im Verlauf der Logopädie, da die Eigenverantwortlichkeit, die Motivation für gesunde Lebensführung, die Orientierung an Alternativen und die unbeeinflusste Wahlfreiheit des therapeutischen Weges im Vordergrund stehen. Ein Ausgleich für die erbrachten logopädischen Leistungen erfolgt auf individueller monetärer oder materieller oder auch immaterieller Ebene.

 

 

Wann sollte man mit einer logopädischen Therapie beginnen?

 

Es gilt der Grundsatz: "Je früher, desto besser!". Bedingt durch die permanenten Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem gibt es vielerorts trotz Versorgungs- bzw. Sicherstellungsauftrag der gesetzlichen Krankenversicherungen eine erhebliche logopädische Unterversorgung und damit gleichzeitig auch zum Teil erhebliche Wartezeiten auf einen logopädischen Therapieplatz.

Verschärft wird diese Situation durch immer mehr unnötige und gleichzeitig kostentreibende Bürokratie und Verwaltungsarbeit, die uns durch den Bundesausschuss von gesetzgeberischer Seite politisch aufgezwungen wird. Bedenken sie bitte, dass eine logopädische Therapie in der Regel mehrere Monate bis Jahre dauern kann. Melden Sie sich deshalb so früh wie möglich an!

 

Sprachliche Defizte und Störungen können sich festigen und automatisieren. Je später die logopädische Intervention beginnt, umso länger, aufwendiger und nicht zuletzt kostenintensiver wird die Behandlung.

 

Vorschulkinder:

Vorschulkinder können in der Regel nur am Vormittag behandelt werden.

 

Schulkinder:

Schulkinder müssen am Nachmittag behandelt werden (Schulpflicht!). Da die Anmeldungen von Schülern, Jugendlichen in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist, kommt es zu erheblichen Wartezeiten.

 

Erwachsene:

Patienten mit neurologischen Störungen (z.B. Schlaganfälle - Aphasie / Schluckstörungen - Dysphagie) werden, um einen möglichst übergangslosen Wechsel von einer stationären und/oder Reha-Maßnahme zur logopädischen Therapie anbieten zu können, in der Praxis nach Möglichkeit terminlich vorrangig berücksichtigt.